Als wir uns alle am Morgen im Hotel Steingletscher zum Begrüssungskaffee einfanden stand eines sofort fest: der Herbst ist da! Es war so eine Mischung aus Wind und Sonne, wie sie nur an den letzten schönen Herbsttagen auftritt. Die Gruppe war sich folglich auch bald einig: Dies wird eine geniale Schlusstour.
Zum Aufstieg zur Tierberglihütte bildeten wir zwei Gruppen. Eine Gruppe beschritt den Bergweg, die andere erkraxelte sich den Hütten-Kuchen über den Klettersteig. Beide Gruppen trugen jedoch Lebensmittel aus dem Container zur Hütte hoch. So wurden Käse, Teig und Karotten hochgetragen und sich das Abendessen gleich doppelt verdient. Wenn man zusätzliches Gewicht im Rucksack nach oben schleppt wird einem bewusst, welche Logistik und Energie die Bewirtschaftung von SAC-Hütten wohl benötigt.
Nach einem sonnigen Mittag vor der Hütte starteten wir noch eine Tour zum Vorder Tierberg. Zwei Seilschaften begaben sich im Gletscherspalten-Slalom zum Gipfel. Um ein Haar wäre unser Tourenleiter vom Steingletscher verschlungen worden – oder zumindest sank er kurz mal in eine kleine, schneebedeckte Gletscherspalte ein. Obwohl nach kurzer Zeit gelacht werden konnte, zeigte es uns doch wieder mal auf, wieso wir uns in Seilschaften auf schneebedeckten Gletschern am langen Seil bewegen. Auf dem Gipfel angekommen, genossen wir eine phänomenale Fernsicht. Nach einigen geografischen Diskussionen stellten wir fest, dass die Zeit für einen Apéro nun definitiv reif war und wir begaben uns wieder nach unten. In der Hütte wurden wir wie immer hervorragend verpflegt und bedient. Das Hüttenteam von Toni und Nina zeigten uns, wie sich wahre Gastfreundschaft anfühlt.
Nach einer ausserordentlich windigen Nacht erklommen wir am Folgetag den Mittler Tierberg. Wettertechnisch war diese Tour weniger sonnig – von stürmischem Wind über Nebel bis zu Regen war alles dabei. Auf dem Gipfel verweilten wir folglich auch nur sehr kurz und begaben uns lieber wieder rasch nach unten in die warme Hütte. Dort konnten wir uns nochmals stärken, bevor wir gegen Mittag zum Umpol abstiegen. Die Wehmut war bei allen spürbar: Der Sommer ist vorbei und der Herbst ist da.
Tourenleiter: Niggi Isenegger
Teilnehmer: Susanne Dettwiler, Simon Hug, Stefanie Hug, Simone Scherrer, Markus Buchwalder, Pascale Flück, Niclo Wassmer, Susanne Forrer, Cornelia Müller, Thomas Schmidlin, Sebastian Dändliker (Tourenberichtautor)
