Mittwochsskitour zum Stotzigen First

Stotziger First

Mittwochstour vom 11.03.2020

«Meine letzte geführte Mittwochstour diese Saison,» seufzt Gerhard im schön gemütlichen «Gotthard» in Hospental. Kühl rinnen die Getränke. Oder sehe ich auch ein bisschen Entspannung in seinem Gesicht? Der Winter war schwierig, die Entscheidungen nicht einfach, Kenntnis und grosse Flexibilität waren gefragt.

So auch heute. Den vielen Touengängern nach sind die stotzigen Firsten eine der wenigen sicheren Möglichkeiten an diesem Mittwoch. Dass es am Morgen früh noch regnet bis hoch hinauf stört uns wenig, der blaue Himmel ist lückenweise vom Süden her schon sichtbar, genauso, wie das Wetterapp voraussagte. Wir waren Frühstarter und sind froh, ab Realp uns bewegen zu können. Pflutschig und nass ist es schon.

Bis hoch hinauf. Manchmal verlässt unser Tourenleiter die schon begangene Spur und legt eine angenehme eigene. Spurenlegen geht aber in die Beine in diesem schweren Schnee.

Eine herrliche Szene, wenn der Nebel sich um die weissen Gipfel legt, Teilsichten freilegt. Von der Sonne wie mit einem Spot beleuchtet ergibt sich ein Bergtheaterspektakel. Fröhlich wie immer, mit Witzen und Sprüchen gewürzt geht es mit zwei Pausen stetig die 1200 Höhenmeter hinauf, gewappnet auf den angesagten Wind mit genügend warmen Jacken im Rucksack. Wir brauchen sie nicht, die kurze Windhose bläst uns nicht davon.

Gipfelküsse gibt es dennoch keine, wir üben das Füsseln und Ellenbögelen und gerade drum gibt’s noch hübschere Gipfelfotos und Portraits. Geri ruft zur Abfahrt, wohl wissend, dass diese anstrengend wird. Jawohl. Bist du schon mal in Pappmaché Ski gelaufen? Oder so in einer knöcheltiefen klebrigen Masse und wehe du fällst und du kommst einfach nicht mehr zur Badewanne raus? So hatte ich es jeweils auf Pfingsttouren erlebt. Tja, da haben wir einen Zeitsprung gemacht. Alle drehen wie es grad geht, der Walti zeigt dem Bruno das «ein Bein entlasten» und alle mit blauen Hosen drehen und wenden unermüdlich bis sie unten sind, die Rotmützen wie junge Rehe, behänd und die Tourenleiter elegant bis äusserst kundig. Jeder mit seinem Stil und unfallfrei. Unten am Bach blühen schon die «Widenbüseli».

Wiederum, ein äusserst gelungener Tag. Die Berichterstatterin lässt sich vom ruhigen Privattaxifahrer auf den heute nicht so stark befahrenen Strassen fast bis nach Hause fahren und so sind wir früher als sonst in heimatlichen Gefilden.

Ich verabschiede mich als Schreiberin der Mittwochstouren für diese Saison und lasse nun gerne alle unsere wunderbar angepassten und kundig geführten Touren Revue passieren.

Mit allem Respekt und grosser Dankbarkeit

Susanne

Teilnehmende:

Gerhard Roth, Tourenleiter
Bruno Rickenbacher, Margrit Roth, Walter Eglin, Judith Meister, Susanne Härri, Margrit Suri,
Jürg Schäublin, Patrick Geiger, Monika von Bergen, Marcel Corpataux, Tom Wernli,
Jürg Gunzenhauser, Claudia Englert, Peter Dieffenbach (Tourenleiter 2)

Nachtrag

Tja, tatsächlich schon die zweitletzte Mittwochsskitour im 2020. Rückblickend eher duchzogen was die Schneeverhältnisse anbetrifft. In tieferen Lagen hatte es den ganzen Winter nur wenig Schnee und so mussten bei meinen Touren alle vorgesehenen Ziele angepasst werden.

Nicht durchzogen sondern wie immer Spitzenklasse war jeweils die Stimmung an diesen Anlässen. Mir war es eine grosse Freude mit euch unterwegs zu sein, Sonne und Schnee zu geniessen und gemeinsam einen Gipfel zu erreichen. Allen herzlichen Dank und hoffentlich im 2021 wieder.
An dieser Stelle noch einen speziellen Dank an Susanne Härri und Peter Dieffenbach. Mit sehr viel „Gspüri“ für das was zählt auf einer gemeinsamen Tour, beschreibt Susanne jeweils das Erlebte in ihren wunderschönen Berichten. Dank Peter ist immer ein 2. Tourenleiter dabei, nur deshalb können wir mit so einer grossen Gruppe unterwegs sein und ich kann bei Bedarf eine „Zweitmeinung“ einholen.

Gerhard