In diesem Jahr wollte Urs Müller diese Tour als 32. Osterskitour durchführen. Geplant war, dass Christoph Roth (Stöffel) diese dann im folgenden Jahr übernehmen würde. Leider hatte sich Urs einem Lungeninfekt eingefangen. Somit konnte Stöffel als frisch gebackener Tourenleiter gerade mit seiner ersten Tour starten.

Karfreitag – Tuoihütte
Am Karfreitag trafen sich die sechs Teilnehmer und unsere Bergführer Heinz Arnold in Guarda. Nach kurzer Stärkung stampften wir bei eitlem Sonnenschein in Richtung Tuoihütte los. Zu Beginn wurden die Skier noch getragen, aber kaum im Val Tuoi eingestiegen konnten wir uns doch auf Skitouren gehen fokussieren. Die Tuoihütte war sehr gut besucht. Die 600 Höhenmeter und 2.5 Stunden Anmarsch hatte die Gruppe so gut weggesteckt, dass noch genug Konzentration vorhanden war, um mit gezinkten Karten noch einen Jass zu wagen. Da es ja Karfreitag war, wurden alle Gäste vegetarisch verköstigt.

Ostersamstag – Dreiländerspitze
Am nächsten Tag zielten wir auf die Dreiländerspitze ab. Nach einem Aufstieg zum Fuorcla Vermunt und darauffolgender Querung über den Vermuntglescher zum Skidepot schien keine grössere Herausforderung zu sein. Zu Tagesbeginn war der Himmel noch klar, jedoch zogen im Verlauf des Morgens Wolken in der Höhe der Gipfel auf. Die Orientierung auf dem Gletscher wurde dadurch erschwert, da der Gletscher viel schwächer geworden ist und somit mehr Geröll und Moränen zum Vorschein traten. Im Skidepot angekommen hat sich kein Teilnehmer kritisch zur Besteigung geäussert. So bestiegen wir mit Pickel und Steigeisen in zwei Seilschaften die Dreiländerspitze. Der einsetzende leichte Schneefall eliminierte die übrig gebliebene Aussicht. Die Abfahrt in die Wiesbadener Hütte war dafür einfach und ermöglichte ein paar schöne Schwünge. Man fragte sich ob es noch schneit oder ob der Nieselregen einsetzte – auf der Höhe der Hütte war es dann klar – Nieselregen. Kaum auf der Hütte angelangt, verbesserte sich das Wetter und die Nacht war Sternen klar. Auch die Wiesbadener Hütte hatte eine hohe Auslastung, so dass man schon fast vergass dass man sich in einem Berghaus befindet. Nur der penetrante Schweissgeruch aus dem Trocknungsraum brachte uns auf den Boden der Tatsachen.

Ostersonntag – Piz Buin
Der Ostersonntag versprach viel. Begleitet vom grellen Sonnenschein stiegen wir über die grüne Kuppe hinauf auf den Ochsentalgletscher auf den Piz Buin. Beim Fuorcla Buin wurde bereits das Skidepot erreicht und spätestens hier merkten wir, dass wir nicht allein unterwegs waren. Der Aufschwung auf der Nordseite war gut eingelaufen und es gab zwei gesicherte kaminartigen Rinnen. Wieder in zwei Seilschaften, mit Pickel und Steigeisen erklommen wir auch diese Passage und wir genossen den Gipfel für uns. Nun konnten wir auch die Dreiländerspitze in Augenschein nehmen, da wir sie am Vortag ja kaum zu Gesicht bekamen. Die Abfahrt zurück auf die Wiebadener Hütte bescherte uns wohl die schönsten Schwünge im Schnee. Das Wetter blieb so schön, dass wir auf der Terrasse noch einen Umtrunk gönnten. Die jeweils 1100 Höhenmeter blieben aber nicht ohne Spuren, weshalb nun Mittagsruhe gehalten wurde. Nur vereinzelt wurde mit anderen Gästen geknobelt. Die Belegung auf der Hütte hatte bereits abgenommen, so dass die Stimmung beim Personal viel gelassener war.


Ostermontag – Silvrettahorn
Ursprünglich planten wir das Silvrettahorn zu besteigen und dann durch das Verstancla Tal Richtung Klosters abzufahren. Da uns eine lange Abfahrt bevorstand und der Lawinenbericht eine Erhöhung der Lawinengefahr wegen Nassschnee prognostizierte, beschloss unser Bergführer direkt über den Silvrettagletscher abzufahren.
Der Morgenhimmel war mit kleinen Quellwolken übersäht und ein scheues Morgenrot zeichnete eine Kulisse, als hätte Ferdinand Hodler zu einer Vernissage eingeladen. So traten wir am Ostermotag unsere letzte Tour an. Effizient schwangen wir uns wieder über die grüne Kuppe auf den Ochentalgletscher. So erreichten wir bereits um neun das Skidepot und besteigen das Silvrettahorn. Die Abfahrt auf der Süd-West-Flanke war mit Harsch gedeckelt und verlangte unser fahrerisches Können ab. Während der Abfahrt wurde die Schneedecke immer feuchter, bis wir beim Weiler Sardasca uns noch etwas im Langlauf üben konnten. Im Pardenner Boden trafen wir pünktlich auf unser Taxi, welches uns beim Klosters Platz wieder in die Zivilisation aussetzte.
Besten Dank an Heinz für deine gute Führung und den Teilnehmern für die tolle Zeit!

v.l.n.r Bertiller Isabelle, Gisler Rolf, Kuhn Dieter, von Bergen Monika, Furter Florian, Arnold Heinz (Bergführer), Roth Christoph (Tourenleiter)
